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DIABETES@WORK UND POLITIK BESUCHEN UNTERNEHMEN VOR ORT

Diabetes at Work

2017 besucht die Initiative gemeinsam mit örtlichen Bundestagsabgeordneten verschiedene Betriebe. Dort diskutieren wir, welche Unterstützung Unternehmen für die Etablierung betrieblicher Gesundheitsmaßnahmen benötigen und erörtern konkreten politischen Handlungsbedarf, damit Prävention und Früherkennung von Diabetes in Unternehmen erfolgreich umgesetzt werden können.

UNTERNEHMENSBESUCH BEIM KANTINENBETREIBER EUREST DEUTSCHLAND

Diabetes@Work zu Gast beim Kantinenbetreiber Eurest Deutschland
 

Wie sollten Kantinenmenüs gestaltet sein, um zu einer besseren Ernährung am Arbeitsplatz beizutragen? Und wie kann die Politik Unternehmen und öffentliche Einrichtungen dabei unterstützen, gesunde Mahlzeiten anzubieten? Die Initiative Diabetes@Work besuchte am 8. Juni die Eurest Deutschland GmbH in der Firmenzentrale in Eschborn, um diesen und weiteren Fragen nachzugehen. Der größte Kantinenbetreiber Deutschlands unterhält rund 850 Kantinen und bewirtet dabei in Spitzenzeiten bis zu 200.000 Gäste täglich. Die Tochtergesellschaft der Compass Group, eines der weltweit führenden Dienstleistungsunternehmen im Bereich Food- und Support Services, zeichnet sich durch Expertise bei der Entwicklung gesunder Kantinenkonzepte aus.
 

Die örtliche Bundestagsabgeordnete Kordula Schulz-Asche begleitete den Besuch. Der Sprecherin für Prävention und Gesundheitswirtschaft der Bündnis90/Die Grünen-Bundestagsfraktion ist eine gesunde Ernährung am Arbeitsplatz ein besonderes Anliegen, da diese eine wichtige Rolle bei der betrieblichen Gesundheitsförderung und der Prävention chronischer Erkrankungen wie dem Diabetes spielt.
 

Die Initiative wurde vertreten durch Prof. Dr. Beate Kretschmer und Dr. Anne Röhrig von Lilly Deutschland sowie von Christine Habedank und Alexander Wiesbach von der IG BCE Bezirk Rhein-Main, die die Arbeitnehmerperspektive in die Diskussion vor Ort einbrachten.
 

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Diskutierten das Thema gesunde Ernährung am Arbeitsplatz mit der grünen Bundestagsabgeordneten Kordula Schulz-Asche (im Bild mittig): Gastgeber der Compass Group Deutschland GmbH, darunter Geschäftsführer Jürgen Thamm, zudem die Vertreter der Initiative Diabetes@Work Prof. Dr. Beate Kretschmer und Dr. Anne Röhrig von Lilly Deutschland sowie Alexander Wiesbach und Christine Habedank von der IG BCE Bezirk Rhein-Main.
 

Jürgen Thamm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Compass Group Deutschland, hob bei der Vorstellung der Unternehmensgruppe den Unterschied zwischen professionellen Cateringanbietern wie Eurest und traditionellen Werkskantinen hervor: „Wir fördern die gesunde Ernährung in den von Eurest betriebenen Kantinen durch ein vielfältiges und ausgewogenes Menüangebot. Unsere Gäste profitieren von unseren Kapazitäten, die uns als professioneller Cateringanbieter für die Konzeption von gesunden Kantinenmenüs zu Verfügung stehen.“
 

Ein Rundgang durch die betriebseigene Kantine am Standort Eschborn verdeutlichte den Teilnehmern die Vielfalt und Ausgewogenheit des Angebots. André Schellenberg, Leiter Menümanagement bei der Compass Group, erläuterte, wie sich das Unternehmen für einen gesunden Lebensstil während der Arbeitszeit einsetzt. „Gesunde Ernährung gehört einfach zum Arbeitsplatz dazu: Sie ist wichtig für mehr Motivation und höhere Produktivität. Dafür entwickeln wir eigene gesunde Kantinenmenüs“. Besonders durchgesetzt habe sich das Food-Konzept vitalien-balance. Brigitte Mestel, Ernährungswissenschaftlerin bei der Compass Group, erklärte: „Unsere Vitalien-Menüs zeichnen sich durch kalorienreduzierte und eine nährstoffschonende Zubereitung aus, oft sind sie vegetarisch oder vegan. Wir entwickeln die Rezepte gemeinsam mit Ernährungs- und Fitnessexperten von der Zeitschrift Fit for Fun sowie Ökotrophologen, basierend auf den neuesten ernährungsphysiologischen Erkenntnissen und Nährstoffempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.“ Die Vitalien-Menüs zählen laut Eurest zu den beliebtesten Angeboten in den Betriebsrestaurants. Ein hausinternes Ausbildungsprogramm für Betriebskantinenleiter führt dazu, dass das Personal den Grundgedanken der Vitalien-Linie an die Gäste weiterträgt: Achtsamkeit für eine gesunde und ausgewogene Ernährung – nicht nur nach Feierabend, sondern auch am Arbeitsplatz.
 

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Im Gespräch über gesunde Kantinenkonzepte: v.l.n.r.: Sabrina Scheer, Compass Group Deutschland GmbH, Dr. Anne Röhrig, Lilly Deutschland, Kordula Schulz-Asche, MdB (Bündnis90/Die Grünen) und Christine Habedank, IG BCE Rhein-Main.
 

Bei der Vorstellung der gesunden Ernährungskonzepte rückte schnell das Thema Finanzierung in den Fokus. Jürgen Thamm erklärte, dass viele Betriebe im Kundenstamm von Eurest bereit seien, gesundes Kantinenessen zu bezuschussen. Er bedauere jedoch die mangelnde Subventionierung für gesunde Mittagsmenüs in öffentlichen Einrichtungen, etwa in Kitas und Schulen. Frau Schulz-Asche stimmte ihm zu, verwies allerdings auf die Kompetenz der Länder und Kommunen in diesen Bereichen.
 

Ein weiteres Kernthema der Gesprächsrunde war die Frage, wie Gesundheits- und Ernährungsbewusstsein in den unterschiedlichen Lebenswelten bestmöglich gefördert werden kann. Frau Schulz-Asche lag besonders die frühkindliche Aufklärung am Herzen: „Gesundheitskompetenz kann nicht früh genug in den Alltag der Kinder integriert werden. Die Themen Gesundheit und Ernährung müssen daher selbstverständlich im Kindergarten und in der Schule verankert werden“. Die Grünen setzten hierfür auf einen ganzheitlichen Ansatz unter Einbezug der Familie. „Anstelle eines Schulfachs Gesundheit/Ernährung fordern wir, das Wissen, die Kompetenzen und die Gelegenheiten für gesundes Leben in unterschiedlichen Schulfächern und im Schulalltag anzusprechen und auch für das Lehrpersonal zu fördern“, so Schulz-Asche.
 

Der Austausch mit dem Kantinenbetreiber Eurest hat gezeigt, dass die Sensibilisierung für gesunde Ernährung ein wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsförderung ist. Kantinenbetreiber wie Eurest können in verschiedenen Lebenswelten dazu beitragen, das Bewusstsein für gesunde Ernährung zu stärken. Bei einer Anzahl von über 6,5 Millionen Menschen mit diagnostiziertem Diabetes Typ 2 in Deutschland, darunter mehr als 2 Millionen im berufsfähigen Alter, gibt es dennoch dringenden Handlungsbedarf. Alle Beteiligten des Diabetes@Work-Unternehmensbesuchs waren sich einig, dass die Politik in manchen Bereichen der Prävention und Gesundheitsförderung in der nächsten Legislaturperiode nachjustieren muss.
 

UNTERNEHMENSBESUCH BEIM MEDIZINTECHNIKHERSTELLER SIEMENS HEALTHINEERS

Diabetes@Work zu Gast bei Siemens Healthineers in Forchheim
 

Wie setzt sich einer der weltweit führenden Hersteller für Medizintechnik für die Gesunderhaltung seiner Mitarbeiter ein? Die Initiative Diabetes@Work war am 4. Mai zu Gast bei Siemens Healthineers am Standort Forchheim, um dieser Frage nachzugehen und zu diskutieren, wie Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz politisch unterstützt werden kann.
 

Mit vor Ort waren die örtlichen SPD-Bundestagsabgeordneten Martina Stamm-Fibich, Mitglied im Ausschuss für Gesundheit, und Andreas Schwarz, Mitglied im Finanzausschuss.
 

Begleitet wurde der Unternehmensbesuch zudem von Dr. Ralf Franke, Leiter Environmental Protection, Health Management and Safety bei der Siemens AG, sowie von Dr. Hans Unterhuber, Vorstand der Siemens-Betriebskrankenkasse. Die Initiative Diabetes@Work wurde von Dr. Gerd Kräh und Dr. Anne Röhrig von Lilly Deutschland vertreten. „Der Besuch heute ist eine gute Gelegenheit, an den vorherigen Austausch bei der Siemens AG in München anzuknüpfen“, dankte Dr. Gerd Kräh den Gastgebern von Siemens Healthineers. Bei Siemens in München hatten einige der Teilnehmer im Rahmen einer Dialogveranstaltung der Initiative im März 2016 das Thema Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz schon einmal diskutiert.
 

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Diskutierten politische Unterstützung für die Etablierung betrieblicher Gesundheitsangebote, v.l.n.r: Dr. Andreas Hufnagel, Siemens Healthineers; Andreas Schwarz, MdB, SPD; Dr. Gerd Kräh, Lilly Deutschland; Martina Stamm- Fibich, MdB, SPD; Dr. Anne Röhrig, Lilly Deutschland; Dr. Freimut Schröder, Siemens Healthineers (Es fehlen: Dr. Ralf Franke, Siemens AG; Dr. Hans Unterhuber, Siemens-Betriebskrankenkasse)
 

Bei Siemens Healthineers nimmt die Gesunderhaltung der Mitarbeiter einen hohen Stellenwert ein. „Gesundheitsangebote werden von unseren Arbeitnehmern immer stärker nachgefragt. Auch für Bewerber werden gesundheitsfördernde Leistungen zunehmend zum ausschlaggebenden Entscheidungskriterium“, erklärte Dr. Freimut Schröder, Vice President Environment, Health and Safety bei Siemens Healthineers. Deshalb werde bei der Standortgestaltung mittlerweile besonders auf die Verfügbarkeit betriebsnaher Angebote geachtet, wie z.B. Gesundheitsstudios für Workouts, Wellness und Entspannung.
 

„Unser Ziel ist es, möglichst viele Mitarbeiter zu motivieren, sich langfristig für die eigene Gesundheit einzusetzen“, betonte Dr. Andreas Hufnagel, leitender Betriebsarzt bei Siemens Healthineers. Dafür erstellt das betriebsärztliche Personal im persönlichen Gespräch mit den Mitarbeitern bedarfsorientierte Gesundheitsangebote. Diese reichen von Aufklärungsmaßnahmen, über das Sammeln von Aktiv- Minuten in gemeinsamen Sportgruppen bis hin zu mehrwöchigen Gesundheitsseminaren. Ein integraler Bestandteil des Gesundheitsmanagements bei Siemens Healthineers ist außerdem die Evaluierung der vielen Gesundheitsangebote. „Damit unsere Angebote angenommen werden, müssen wir diese mit unseren Mitarbeitern abstimmen“, erläuterte Dr. Hufnagel. Dafür finden regelmäßige Feedbackrunden mit Mitarbeitern und Führungskräften statt, in denen die Wirksamkeit von Präventions- und Gesundheitsleistungen diskutiert und ausgewertet wird.
 

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Teilnehmer des Unternehmensbesuchs bei der Vorstellung eines Computertomographen von Siemens Healthineers (mittig, sitzend: Martina Stamm-Fibich, MdB, SPD)
 

Die Gesundheitspolitikerin Martina Stamm-Fibich nahm die Vorstellung des Gesundheitskonzepts von Siemens Healthineers zum Anlass, das Potential der betriebsärztlichen Versorgung hervorzuheben: „Ein wichtiger Punkt ist für mich, dass die therapeutischen Kompetenzen von Betriebsärzten besser ausgeschöpft werden.“ Dr. Hans Unterhuber pflichtete dem bei: „Es wäre wünschenswert, Betriebsärzte erhielten mehr Befugnisse im Bereich Diagnose und Verschreibung.“ Dies ermögliche Mitarbeitern einen einfacheren Zugang zu Präventions- und Therapiemaßnahmen.
 

Die Teilnehmer teilten die Ansicht, dass der Setting-Ansatz des Präventionsgesetzes ein wichtiger Schritt zu einer besseren Prävention von Erkrankungen, wie z.B. Diabetes, in der Arbeitswelt sei. Dr. Franke von der Siemens AG machte gleichzeitig deutlich, dass die derzeitige Gestaltung der Steuerpolitik für Unternehmen eine Hürde darstellt: „Die Besteuerung betrieblicher Gesundheitsleistungen widerspricht der Zielsetzung des Präventionsgesetzes. Vielmehr sollte die Steuerpolitik den Unternehmen Anreize setzen, sich aktiv für die Gesunderhaltung ihrer Mitarbeiter einzusetzen.“ Die Bundestagsabgeordneten erklärten, diesen Punkt gerne „mit nach Berlin“ zu nehmen.
 

Bei einer abschließenden Führung durch das „Experience Center“, den neuen Showroom von Siemens Healthineers am Standort Forchheim, zeigte sich das Unternehmen als Vorreiter im Bereich der medizinischen Bildgebungsverfahren. Die Vorstellung neuster Entwicklungen war für alle Beteiligten ein besonderes Erlebnis.
 

UNTERNEHMENSBESUCH BEIM TECHNOLOGIEKONZERN HERAEUS

Diabetes@Work zu Gast bei dem Technologiekonzern Heraeus
 

Wie setzen sich Unternehmen für die Gesunderhaltung ihrer Mitarbeiter ein und welche Unterstützung benötigen sie dafür von der Politik? Diese Frage steht im Mittelpunkt der diesjährigen Unternehmensbesuche der Initiative Diabetes@Work. Nach dem Auftakt bei einem Mittelständler im Raum Paderborn im Februar war die Initiative am 14. März zu Gast bei dem Technologiekonzern Heraeus Holding GmbH in Hanau. Das Unternehmen ist mit rund 12.500 Mitarbeitern eines der größten Familienunternehmen Deutschlands. Heraeus bietet ein breites Portfolio von Technologiekomponenten bis hin zu abgestimmten Materialsystemen an. Ein Schwerpunkt liegt in der industriellen Verarbeitung von Edelmetallen. Diese werden in zahlreichen Branchen eingesetzt, u.a. in der Automobil-, Elektronik- und Chemieindustrie.
 

Die örtliche Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert begleitete die Initiative. Als Mitglied des Gesundheitsausschusses ist der CDU-Politikerin die Prävention und frühzeitige Diagnostik chronischer Erkrankungen ein zentrales Anliegen. Die Initiative wurde vertreten durch Thomas Schaaf von der R+V Betriebskrankenkasse, Mitglied im BKK Dachverband, und Dr. Gerd Kräh von Lilly Deutschland.
 

Nach der offiziellen Begrüßung durch Jan Rinnert, Vorsitzender der Geschäftsführung von Heraeus, besichtigten die Teilnehmer die Edelmetallschmelze, bei der die intensiven Arbeitsbedingungen in der Edelmetallverarbeitung deutlich wurden. Vertreter von Heraeus, darunter Michael Werth, Head of Operational Excellence, und Dr. Hendrik Mertens, leitender Betriebsarzt, erläuterten die individuellen körperlichen Belastungsschwerpunkte: „In unserer Edelmetallschmelze werden viele Prozesse noch manuell durchgeführt. Das ist eine anspruchsvolle körperliche Arbeit für unsere Beschäftigten. Wir legen daher einen großen Wert auf ein gesundheitsgerechtes Arbeitsumfeld.“
 

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Dr. Katja Leikert, MdB, zeigte sich beeindruckt beim Rundgang durch die Edelmetallschmelze
 

Wie konkret sich Heraeus für die Erhaltung der Leistungsfähigkeit seiner Mitarbeiter einsetzt, wurde in einer anschließenden Diskussionsrunde deutlich. Ein Vortrag über das betriebliche Gesundheitsmanagement der Firma zeigte eindrucksvoll, dass Heraeus eine und leistungs- und gesundheitsfördernde Unternehmenskultur pflegt. „Führung spielt eine zentrale Rolle für eine erfolgreiche betriebliche Gesundheitsförderung“, appellierte Dr. Mertens. „Wir bilden unsere Führungskräfte speziell weiter, sodass sie neben der Leistungsförderung ihrer Mitarbeiter stets auch individuelle Gesundheitsaspekte berücksichtigen.“
 

Darüber hinaus bietet die Firma Präventions- und Gesundheitsangebote für die Belegschaft an. Im Rahmen von regelmäßigen Präventionstagen haben alle Beschäftigten die Möglichkeit, einen umfassenden und kostenlosen Gesundheitscheck durchzuführen. Auf Basis der erhobenen Werte, z.B. Blutzuckerspiegel und Cholesterin, können sie sich zu ihren gesundheitlichen Risiken vom Betriebsarzt direkt vor Ort beraten lassen. Eine regelmäßige Teilnahme am so genannten Gesundheitspass ermöglicht die Entwicklung wichtiger Gesundheitswerte zur Früherkennung und Vorbeugung von Erkrankungen im Auge zu behalten.
 

Die Vorstellung des Gesundheitspasses regte eine Diskussion über die Ausschöpfung von diagnostischen und therapeutischen Kompetenzen von Betriebsärzten an. Frau Dr. Leikert, die Vertreter von Diabetes@Work sowie von Heraeus teilten die Ansicht, dass Betriebsärzte einen großen Beitrag zur Therapie und Diagnostik leisten können – zum Vorteil von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Durch diagnostische und therapeutische Begleitung direkt am Arbeitsplatz könne frühzeitig interveniert und somit Fehlzeiten vorgebeugt werden, erklärte Betriebsarzt Dr. Mertens.
 

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Diskutierten politische Unterstützung für betriebliche Gesundheitsvorsorge mit der Bundestagsabgeordneten Dr. Katja Leikert: Vertreter der Heraeus Holding GmbH und Diabetes@Work
 

Frau Dr. Leikert erkundigte sich zudem nach der Umsetzung des Präventionsgesetzes in der Praxis. Sie betonte, das Präventionsgesetz könne einen zentralen Mehrwert für die Gesundheitsförderung leisten, sofern Präventionsangebote nachhaltig angelegt und auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten seien. Thomas Schaaf von der R+V Betriebskrankenkasse schilderte die Erfahrung der Krankenkassen: Für die Kostenträger bestehe die Herausforderung darin, geeignete Gesundheitsprojekte zu finden, die im Rahmen des Präventionsgesetzes förderungsfähig sind. Mit Blick auf die nächste Legislaturperiode waren sich die Gesprächsteilnehmer einig, dass eine baldige Evaluation des Präventionsgesetzes sinnvoll ist.
 

UNTERNEHMENSBESUCH BEIM MITTELSTÄNDLER REME MÖBELBESCHLÄGE

Die Initiative zu Gast bei der REME Möbelbeschläge GmbH in Hövelhof (NRW)
 

Wie engagieren sich kleine und mittlere Betriebe für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter und wie können sie dabei von der Politik bestmöglich unterstützt werden? Diese und weitere Fragen erörterte die Initiative Diabetes@Work am 6. Februar 2017 bei der Firma REME Möbelbeschläge GmbH, einem mittelständischen Produzenten von Auszugssystemen für Schubkästen und Schiebetüren in Hövelhof. Begleitet wurde die Initiative vom örtlichen CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Carsten Linnemann. Als Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU und Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales setzt sich Dr. Carsten Linnemann besonders für die Belange kleiner und mittlerer Unternehmen sowie die Bedürfnisse der Angestellten ein.
 

Für die Initiative waren Friedemann Bohlen, Betriebsarzt und Vorsitzender des VDBW Landesverbands Westfalen-Lippe sowie Dr. Gerd Kräh von Lilly Deutschland vor Ort. Bei einem Rundgang durch die Produktionsstätten zeigten Bruno Meier, Geschäftsführer von REME Möbelbeschläge sowie Andreas Wimbert, Produktionsleiter und Sarah Storck, Personalverantwortliche, die körperlichen Belastungsschwerpunkte im produzierenden Möbelgewerbe auf. Im Rahmen einer anschließenden Gesprächsrunde diskutierten die Teilnehmer die Ansätze und Herausforderungen für die Gesunderhaltung der Mitarbeiter.
 

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Identifizierten körperliche Belastungsschwerpunkte der Mitarbeiter, v.l.n.r.: Bruno Meier, REME Möbelbeschläge GmbH; Sarah Storck, REME; Dr. Carsten Linnemann, MdB; Andreas Wimbert, REME; Dr. Gerd Kräh, Lilly Deutschland GmbH
 

Beim Unternehmensbesuch wurde deutlich: Auch mittelständische Unternehmen haben vielfältige Möglichkeiten, ihren Mitarbeitern betriebliche Gesundheitsmaßnahmen anzubieten. Für Geschäftsführer Bruno Meier hat die Gesundheit seiner rund 200 Mitarbeiter einen hohen Stellenwert. Er betonte die Wichtigkeit, seinen Angestellten einen niedrigschwelligen Zugang zur Geschäftsführung zu ermöglichen: „Meine Tür steht immer offen. Wenn gesundheitliche Probleme bestehen, muss frühzeitig darüber gesprochen werden. So lassen sich für jeden Mitarbeiter individuelle Lösungen finden.“ Bei regelmäßigen Gesundheitstagen bietet REME zusammen mit dem Betriebsarzt Vorsorgeuntersuchungen und Informationen zu Präventionsmaßnahmen an. Ziel ist es, die Angestellten zu mehr Bewegung und einem gesünderen Lebensstil zu motivieren. Dafür können sie z.B. auch Fahrräder für den persönlichen Gebrauch leihen und Anti-Rauch-Seminare belegen.
 

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Erörterten politischen Handlungsbedarf zur Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen, v.l.n.r.: Dr. Carsten Linnemann; Dr. Gerd Kräh; Bruno Meier; Andreas Wimbert; Friedemann Bohlen; Sarah Storck
 

Im Gespräch mit Dr. Carsten Linnemann waren sich die Beteiligten einig, dass in den letzten Jahren wichtige politische Initiativen auf den Weg gebracht wurden, die die Rahmenbedingungen für Prävention und Kuration chronischer Erkrankungen am Arbeitsplatz verbessern. Friedemann Bohlen lobte die Zielsetzung des Präventionsgesetzes, die Gesundheitsförderung direkt in der Arbeitswelt zu stärken, bedauerte jedoch die „schleppende Umsetzung“: „Damit Betriebe Gesundheitsangebote möglichst unkompliziert anbieten können und dabei finanziell unterstützt werden, bedarf es der zügigen Einführung der im Präventionsgesetz verankerten regionalen Koordinierungsstellen der Krankenkassen.“ So könne sichergestellt werden, dass sich die Krankenkassen finanziell an betrieblichen Gesundheitsangeboten beteiligen. In der Praxis zeige sich, dass Unternehmen die Kosten noch meist alleine tragen.
 

Ein weiterer zentraler Diskussionspunkt, den Herr Linnemann „mit nach Berlin“ nehmen will, ist die Besteuerung gesundheitsfördernder Angebote des Arbeitgebers als geldwerter Vorteil. Bruno Meier erläuterte die Problematik: „Für betriebliche Gesundheitsmaßnahmen gibt es einen steuerfreien Betrag von 500 Euro pro Mitarbeiter jährlich. Sobald dieser Betrag überschritten ist, wird der Gesamtbetrag sozialversicherungs- und steuerpflichtig. Das hemmt die Investition in Gesundheitsangebote. Idealerweise wird der Freibetrag deutlich erhöht und nur der Betrag besteuert, der über den Freibetrag hinausgeht“.
 

Im gemeinschaftlichen Austausch zeigte sich der Bundestagsabgeordnete aufgeschlossen: „Ich habe heute erfahren, welchen Herausforderungen Unternehmen bei der betrieblichen Gesundheitsförderung begegnen und wo die Politik noch Unterstützung leisten kann.“
 

In den kommenden Monaten wird die Initiative weitere Unternehmen besuchen, um der Politik konkreten Handlungsbedarf im Bereich Gesundheitsförderung in der Arbeitswelt aufzuzeigen.