Zurück zur Übersicht

„Diabetes@Work – Initiative zeigen für eine gesunde Arbeitswelt!“

21. Oktober 2015 in Erfurt - Thüringer Landtag

Contitech

Am Mittwoch, 21. Oktober 2015, fand die dritte Länderstation der Initiative Diabetes@Work gemeinsam mit der ContiTech AG aus Waltershausen im Thüringer Landtag in Erfurt statt.

FILM ZUR LÄNDERSTATION IN THÜRINGEN

LÄNDERSTATION THÜRINGEN

Die Zuliefererindustrie ist einer der wichtigsten Arbeitgeber der exportabhängigen Wirtschaft in Deutschland. Ihre Produkte sind hochkomplex und müssen flexibel und just-in-time nach individuellen Kundenwünschen hergestellt werden. Dies spiegelt sich in den Anforderungen an die Mitarbeiter wider. Zulieferer stehen vor der Herausforderung, einerseits auf die demografische Entwicklung zu antworten und andererseits im internationalen Wettbewerb unter einem hohen und zunehmenden Kosten- und Innovationsdruck zu bestehen.
 

Wie schaffen es Unternehmen, für ihre Mitarbeiter als Garanten ihres Erfolgs passende Gesundheitsangebote zu schaffen? Wie werden Arbeitnehmer zur aktiven Teilnahme an diesen Angeboten motiviert? Und wie können Unternehmen von Seiten der Politik und der Fachwelt unterstützt werden?
 

Diese und weitere Fragen haben wir auf der dritten Länderstation der Initiative Diabetes@Work unter der Schirmherrschaft des Thüringer Landtagspräsidenten Christian Carius erörtert. Gemeinsam mit der ContiTech AG, einer großen Tochtergesellschaft der Continental AG, diskutierten wir gemeinsam mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Fachgesellschaften kreative und nachhaltige Lösungsansätze.

PROGRAMM ZUR VERANSTALTUNG

„Diabetes@Work – Initiative zeigen für eine gesunde Arbeitswelt!“
unter der Schirmherrschaft von Christian Carius, Präsident des Thüringer Landtags
 

Mittwoch, 21. Oktober 2015
14.00 bis 16.30 Uhr (Empfang ab 13.00 Uhr)
Thüringer Landtag, Jürgen-Fuchs-Str. 1, 99096 Erfurt

Programm Moderation: Lisa Braun, Presseagentur Gesundheit
13.00 Uhr Empfang bei Snacks und Getränken
14.00 Uhr Begrüßung zur Veranstaltung
  • Christian Carius, Präsident des Thüringer Landtags und Schirmherr
  • Klaus Faßler, Werksleiter ContiTech AG
  • Dr. Gerd Kräh, Director Government Affairs Lilly Deutschland/Diabetes@Work
14.15 Uhr Keynote von Heike Werner, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie in Thüringen: „Die Rolle von Unternehmen bei Prävention und Gesundheit am Arbeitsplatz in Thüringen“
14.30 Uhr Praxiseinblick: Betriebliche Gesundheitsförderung bei der ContiTech AG
  • Klaus Faßler, Werksleiter Waltershausen
  • Gerhard Bachmann, Betriebsratsvorsitzender Waltershausen
14.50 Uhr Impulsgespräch: Umgang mit chronischen Erkrankungen am Arbeitsplatz – Eine Netzwerkaufgabe
  • PD Dr. Rainer Lundershausen, Vorsitzender der Thüringer Gesellschaft für Diabetes und Stoffwechselkrankheiten e.V.
15.10 Uhr Politischer Dialog: Diabetes und andere chronische Erkrankungen in der Arbeitswelt – Was kann und muss Politik tun?
  • Birgit Pelke MdL, Vorsitzende des Ausschusses für Soziales, Arbeit und Gesundheit für die SPD-Fraktion im Thüringer Landtag
  • Tankred Schipanski MdB, Mitglied im Ausschuss Digitale Agenda für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion
  • Karola Stange MdL, Mitglied im Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit für die Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag
  • Franz Knieps, Vorstand BKK-Dachverband
  • Prof. Dr. Beate Kretschmer, Leiterin Gesundheitspolitik Lilly Deutschland
  • Volker Weber, Vorsitzender IG BCE Hessen-Thüringen
Ab 16.30 Uhr Get Together

Bitte beachten Sie, dass während der Veranstaltung Bild- und Filmaufnahmen gemacht werden. Mit Ihrer Anmeldung erklären Sie sich mit deren Veröffentlichung auf der Webseite der Initiative Diabetes@Work www.diabetesatwork.de einverstanden.

PRESSEMITTEILUNG ZUR VERANSTALTUNG

Initiative zeigen für eine gesunde Arbeitswelt – „Diabetes@Work“ mit ContiTech zu Gast im Thüringer Landtag in Erfurt

Experten aus Fachwelt und Politik diskutieren Möglichkeiten der Prävention und Unterstützung von Menschen mit Diabetes am Arbeitsplatz

Erfurt, 21.10.2015 – Die Zulieferindustrie ist eine wichtige Säule der exportorientierten Wirtschaft Deutschlands. In Thüringen zählt die Automobil- und Zulieferbranche zu den größten Arbeitgebern. Ihre Produkte sind hochkomplex und werden just-in-time nach individuellen Kundenwünschen gefertigt. Gesunde, leistungsfähige und körperlich belastbare Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind die Voraussetzung, um diese tägliche Herausforderung zu bewerkstelligen.


Steigende Zahlen chronischer Erkrankungen im arbeitsfähigen Alter stellen jedoch ein Risiko für die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter dar. Dazu zählt auch die Volkskrankheit Diabetes als eine der vorherrschenden chronischen Erkrankungen. In Deutschland leben über 7,5 Millionen Menschen mit diagnostiziertem Diabetes, darunter mehr als zwei Millionen im berufsfähigen Alter – Tendenz steigend. Was können Unternehmen in Thüringen und bundesweit also tun, um Gesundheitsrisiken zu begrenzen und sich frühzeitig für die Gesunderhaltung ihrer Mitarbeiter zu engagieren? Welche politischen Rahmenbedingungen braucht es, um die Betriebe dabei zu unterstützen?


Gemeinsam mit dem Unternehmen ContiTech aus Waltershausen sucht die Initiative Diabetes@Work Antworten auf diese Fragen. Unter der Schirmherrschaft von Christian Carius, Präsident des Thüringer Landtags, diskutieren regionale Vertreter aus  Unternehmen und Fachwelt sowie Politiker der Bundes- und Landesebene praxistaugliche Maßnahmen im Thüringer Landtag in Erfurt.


Margit Jung, Vizepräsidentin des Thüringer Landtags, unterstreicht die Relevanz von betrieblichen Gesundheitsmaßnahmen für die Fachkräftesicherung: „Aktuelle Zahlen zeigen, dass rund ein Fünftel aller Beschäftigten in Thüringen über 55 Jahren ist. Angesichts dieser demografischen Entwicklung ist es von zentraler Bedeutung für Unternehmen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer so lange wie möglich gesund im Betrieb zu halten.“ Der Austausch im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe sei daher wichtig, um alle relevanten Akteure an einen Tisch zu bekommen.


Nach einem Impulsvortrag von Staatssekretärin Ines Feierabend über die Rolle von Unternehmen bei Prävention und Gesundheit am Arbeitsplatz in Thüringen, gibt Klaus Faßler Einblicke in die praktische betriebliche Gesundheitsförderung bei ContiTech in Waltershausen. „Die Gesundheit unserer Mitarbeiter ist die Voraussetzung für unsere Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb arbeiten wir seit Jahren an verschiedenen Angeboten und Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung, um Mitarbeiter jeder Altersgruppe individuell zu erreichen und Krankheiten vorzubeugen“, so Werksleiter Klaus Faßler. „Mit der Zeit lernt man, was funktioniert – und was man verbessern kann. Um unsere Aktivitäten in Zukunft noch besser zu koordinieren, haben wir zum Beispiel die Stelle eines Beauftragten für Arbeitssicherheit und Umweltschutz geschaffen, bei der die Fäden ab sofort zusammenlaufen.“


Bei der Veranstaltung diskutieren Vertreter von Bundes- und Landespolitik sowie von Krankenkassen und Gewerkschaften über die Rolle der Politik bei der Unterstützung von Maßnahmen gegen Diabetes und chronische Krankheiten in Unternehmen. Häufig engagieren sich Betriebe bereits mit Maßnahmen für den Gesundheitsschutz. Jedoch treffe dies insbesondere auf große Unternehmen zu, die über die notwendigen Strukturen verfügen. Mit Blick auf kleine und mittelständische Betriebe sei deshalb die Politik auf Landes- und Bundesebene gefordert, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, um Unternehmen besser zu unterstützen. Nur so lassen sich erfolgreiche und erprobte Maßnahmen flächendeckend umsetzen lassen.


Die Länderstation in Erfurt ist bereits die dritte Veranstaltung von „Diabetes@Work“. Den Auftakt bildete ein Besuch bei der Fraport AG im Herbst 2014, die zweite Station fand bei der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH in Duisburg statt. Ziel der Initiative ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen zum Ausgangspunkt für Prävention und Früherkennung bei Diabetes werden können und welche politischen Rahmenbedingungen dafür nötig sind. Dabei soll auch erörtert werden, wie sich bestehende Leuchtturmbeispiele flächendeckend umsetzen und auf alle Unternehmensgrößen anpassen lassen. Mit den Erkenntnissen der einzelnen Länderstationen will die Initiative auf Bundesebene Impulse für eine nationale Diabetesstrategie setzen.

BERICHT ZUR VERANSTALTUNG

Die Zulieferindustrie zählt in Thüringen zu den größten und umsatzstärksten Arbeitgebern. Die Produktionsabläufe sind hochkomplex, Aufträge werden flexibel und just-in-time nach individuellen Kundenwünschen erfüllt. Gesunde, leistungsfähige und körperlich belastbare Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind daher die Voraussetzung, um diese tägliche Herausforderung zu bewerkstelligen. Allerdings stellen Faktoren wie der demografische Wandel und die steigende Zahl chronisch Kranker eine zunehmende Herausforderung für die Betriebe dar.
 

Wie gelingt es den Unternehmen also, ihre Mitarbeiter so lange wie möglich gesund zu halten? Welche betrieblichen Maßnahmen sind erforderlich, um die Beschäftigten unmittelbar am Arbeitsplatz zu aktivieren und zu motivieren? Und was kann und muss Politik tun, um die Unternehmen bei der Bereitstellung von Instrumenten zur Gesundheitsförderung zu unterstützen?
 

Am 21. Oktober war die Initiative Diabetes@Work gemeinsam mit der ContiTech AG, einer großen Tochtergesellschaft des Zuliefererkonzerns Continental AG, zu Gast im Thüringer Landtag. Unter der Schirmherrschaft des Thüringer Landtagspräsidenten Christian Carius, diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Fachgesellschaften praxistaugliche Lösungsansätze und Maßnahmen.
 

„Gesundheitsförderung ist Chefsache“
Margit Jung, Vizepräsidentin des Thüringer Landtags, schilderte in ihrer Begrüßung die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Arbeits- und Lebenswelten. „Die Belegschaften werden älter und das Renteneintrittsalter steigt - das bedeutet auch, dass sogenannte Volkskrankheiten, zu denen auch Diabetes gehört, verstärkt noch im Arbeitsalter und in größerer Zahl auftreten werden.“ Sie betonte weiterhin, dass Menschen einen großen Teil ihrer Lebenszeit am Arbeitsplatz verbringen und richtete einen Appell an die Gäste der Veranstaltung: „Gesundheitsförderung ist keine reine Privatsache, sondern auch Chefsache“.
 

Dr. Gerd Kräh von Lilly Deutschland und Partner der Initiative Diabetes@Work knüpfte daran an und stellte die Ziele der Initiative vor. Es gelte aus verschiedenen Perspektiven zu erörtern, wie sich Unternehmen schon heute bei der Prävention und Kuration chronischer Erkrankungen wie Diabetes engagieren. Daraus könne man ableiten, welche Maßnahmen flächendeckend in die Praxis umgesetzt werden könnten.
 

Jung Kraeh

Begrüßung der Teilnehmer durch Margit Jung, Vizepräsidentin des Thüringer Landtags, und Dr. Gerd Kräh, Director Government Affairs bei Lilly Deutschland und Partner der Initiative Diabetes@Work
 

In einem anschließenden Impulsvortrag erläuterte Ines Feierabend, Staatssekretärin im Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, die Rolle von Unternehmen bei Prävention und Gesundheit am Arbeitsplatz in Thüringen. Sie unterstrich, dass Unternehmen durch zahlreiche Gesetze verpflichtet seien, eine gesundheitsfördernde Arbeitswelt für ihre Mitarbeiter zu schaffen. So seien beispielsweise die Anforderungen durch das Arbeitsschutzgesetz für die Bereiche Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit bereits sehr hoch.

Beim Thema betriebliche Gesundheitsförderung bestehe jedoch weiterhin Handlungsbedarf. Die sich verändernde Arbeitswelt, geprägt durch eine alternde Belegschaft und Fachkräftemangel, erfordere Lösungen „wie man Arbeit in Zukunft gestalten kann“. Eines der Gesundheitsziele des Ministeriums sei dabei sicherzustellen, dass Menschen „gesund alt werden“. Eine Herausforderung für jedes Lebensalter, die aus Sicht der Staatssekretärin politisch noch mehr in den Fokus rücken müsse.
 

Schaeffer
Impulsvortrag von Ines Feierabend, Staatssekretärin im Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
 

Gesundheitsförderung als langfristige Investition in die Beschäftigten
Wie praktische Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz gestaltet und etabliert werden kann, stellten Klaus Faßler, Werksleiter, und Gerhard Bachmann, Betriebsratsvorsitzender der ContiTech AG am Standort in Walterhausen, in einem Praxiseinblick vor. Die ContiTech AG arbeite bereits mit „einem bunten Strauß an Maßnahmen und Programmen“, um die Mitarbeiter unmittelbar am Arbeitsplatz zu erreichen. „Das ist eine Daueraufgabe, wir verstehen Gesundheitsförderung als langfristige Investition in die Beschäftigten und das Unternehmen“, so Bachmann. So kommen im „Gesundheitszirkel“ einmal im Quartal Vertreter unterschiedlicher Abteilungen wie Betriebsrat, Personalabteilung und Werksärztlichem Dienst zusammen, um Ideen und Maßnahmen wie beispielsweise Gesundheits- oder Sporttage zu diskutieren. Diese werden dann im „Steuerkreis Gesundheit“ durch die Betriebsleiter abgestimmt. Klaus Faßler betonte, dass betriebliche Gesundheitsförderung eine Führungsaufgabe sei: „Der Erfolg von Präventions- und Gesundheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz hängt maßgeblich vom Verhalten und Engagement des Führungspersonals ab.“ Außerdem komme es darauf an, den bunten Strauß an Maßnahmen zu strukturieren, zu koordinieren und zu bündeln – ab November wird diese Aufgabe deshalb von einer Gesundheitsmanagerin übernommen.
 

Panter
Klaus Faßler, Werksleiter und Gerhard Bachmann, Betriebsratsvorsitzender stellten Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung der ContiTech AG am Standort Waltershausen vor
 

 

Lundershausen kritisierte die aus seiner Sicht viel zu langsamen politischen Reaktionen auf diese gesamtgesellschaftliche Herausforderung. „Das Präventionsgesetz hat acht Jahre lang in der Schublade geschmorrt und der Nationale Diabetesplan lässt immer noch auf sich warten“. Könnte er einen Wunsch direkt an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe richten, wäre es der Wunsch nach Einbindung erziehungsverantwortlicher Institutionen in die Aufklärung über und die Prävention von Diabetes. Zudem sei es an der Zeit, einen nationalen Diabetes-Versorgungsplan zu etablieren. Aus seiner Sicht wäre es wünschenswert, wenn sich die Krankenkassen noch stärker an den Kosten für Präventionsmaßnahmen beteiligen würden.
 

Impulsgespraech
Dr. Rainer Lundershausen, Vorsitzender der Thüringer Gesellschaft für Diabetes und Stoffwechselkrankheiten, sprach über den Umgang mit chronischen Erkrankungen am Arbeitsplatz aus medizinischer Sicht
 

Erfolgreiche Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz ist Netzwerkaufgabe
Der abschließende politische Dialog nahm viele Punkte des Impulsgespräches auf. Der Thüringer Bundestagsabgeordnete Tankred Schipanski (CDU) sowie die Thüringer Landtagsabgeordneten Birgit Pelke (SPD) und Karola Stange (Die Linke) diskutierten mit Dr. Gregor Breucker vom BKK Dachverband, Volker Weber von der IG BCE Hessen-Thüringen und Prof. Dr. Beate Kretschmer von Lilly Deutschland über die Aufgaben der Politik bei der Bewältigung von Diabetes und anderen chronischen Krankheiten in der Arbeitswelt. Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Vernetzung der relevanten Akteure vor Ort sowie die Erkennung und Bewertung von Risikofaktoren in den Betrieben
 

Diskussion
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion v.l.n.r.: Dr. Gregor Breucker (BKK Dachverband), Prof. Dr. Beate Kretschmer (Lilly Deutschland), Tankred Schipanski MdB (CDU), Birgit Pelke MdL (SPD), Volker Weber (IG BCE Hessen-Thüringen), Karola Stange MdL (Linke)
 

Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass regionale Netzwerke aus Unternehmen und medizinischer Fachwelt einen guten Ausgangspunkt für konkrete Hilfestellungen für Arbeitnehmer mit Diabetes darstellen. Allerdings bestünde in diesem Punkt Nachholbedarf in Thüringen, bekannten die beiden Landespolitikerinnen. Die Themen betriebliche Gesundheitsförderung und die Prävention von chronischen Krankheiten wie Diabetes stünden bislang noch zu wenig auf der landespolitischen Agenda. „Trotz einiger Projekte, müssen wir effizienter werden und haben hier großen Nachholbedarf“, so Birgit Pelke. Auf Grundlage der Veranstaltungsergebnisse wolle man das Thema nun auch im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Gesundheit stärker vorantreiben.
 

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Identifizierung von Risikofaktoren im Betrieb. In Zukunft bedürfe es einer stärkeren Stratifizierung von Präventionsleistungen, um Risikogruppen und Risikofaktoren im Betrieb effektiver identifizieren zu können. Anhand dieser Bewertung können die Ressourcen schließlich effektiv gebündelt und Streuverluste vermieden werden.
 

Den Abschluss der Diskussionsrunde bildete eine Bewertung des im Sommer verabschiedeten Präventionsgesetzes durch die Vergabe von Schulnoten. Daraus ergab sich im Durchschnitt eine gute Drei, mit leichter Tendenz nach oben. Dies zeigt, dass es im nächsten Schritt auf die erfolgreiche Umsetzung des Präventionsgesetzes in den Kommunen und Regionen ankommt – und, dass es mit Blick auf die Prävention von Diabetes und anderen chronischen Erkrankungen noch Verbesserungsbedarf und Raum für Diskussion gibt.
 

Get together
Gedankenaustausch nach der Diskussion - Teilnehmer der Veranstaltung beim abschließenden Get-together