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„Diabetes@Work – Initiative zeigen für eine gesunde Arbeitswelt!“

18. September 2014 in Frankfurt am Main – Flughafen

Diabetes-Zentrum Rhein-Main

Die Fraport AG war am 18. September 2014 Gastgeber der Auftaktveranstaltung von „Diabetes@Work – Initiative zeigen für eine gesunde Arbeitswelt!“. Unter der Schirmherrschaft des hessischen Ministers für Soziales und Integration, Stefan Grüttner, diskutierten Vertreter aus Gesundheitswesen, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit rund 60 Teilnehmern über die Herausforderungen durch Diabetes im Arbeitsleben und gemeinsame Lösungsansätze.

Film zur Länderstation Hessen

Unterstützer in Hessen

Unterstützt wird die Veranstaltung in Hessen zudem von:

IGH Diab-Hessen Land-Aerzte 

 

Schirmherrschaft der Initiative in Hessen:

Hess_Min



Bericht zur Veranstaltung

Fachkräftemangel, demografischer Wandel sowie steigende Zahlen chronisch kranker Beschäftigter – wenn es um die Sicherung von Arbeitsplätzen geht, stehen Unternehmen vor großen Herausforderungen. Bei der ersten Länderstation von Diabetes@Work ging es um die Frage: Wie können chronisch kranke Beschäftigte sowohl präventiv als auch kurativ unterstützt werden, damit ihre Beschäftigungsfähigkeit erhalten bleibt?

Der wichtigste Arbeitgeber der Region, die Fraport AG, hatte zum Frankfurter Flughafen eingeladen, um gemeinsam mit der neu gegründeten Initiative nach guten Antworten zu suchen. „Ich schätze es, mit Diabetes@Work hier einen gemischten Kreis anzutreffen, ein Bündnis unterschiedlicher Berufsgruppen, in dem sich also nicht nur Gesundheitsspezialisten fachlich austauschen, sondern auch die Facetten des betrieblichen Alltags, des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, der Personalarbeit und vieler mehr zur Sprache kommen. Dies ist mir als Arbeitsdirektor natürlich ganz besonders wichtig“, betonte Michael Müller, Vorstand Arbeitsdirektor bei der Fraport AG, die Verantwortung für sein Unternehmen.

Begrüßung der Teilnehmer durch Michael Müller
Begrüßung der Teilnehmer durch Michael Müller

 

Regionale Netzwerke ermöglichen optimale Versorgung
 

In der Diskussion bestand große Einigkeit unter den Teilnehmern darin, dass konkrete Hilfestellungen für Arbeitnehmer mit Diabetes nur im regionalen Netzwerk aus Unternehmen, medizinischer Fachwelt und mit Unterstützung durch die Politik möglich sind. Große Unternehmen könnten für kleinere Betriebe eine Vorbildfunktion einnehmen und Vernetzung zu sozialmedizinischen Maßnahmen im Arbeitsleben vorantreiben, so Vertreter der Fraport AG. Zudem ließe sich durch einen verstetigten Austausch zwischen Arbeitsmedizinern und niedergelassenen Ärzten und Diabetologen die Behandlungsgrundlage für Menschen mit Diabetes optimieren.
 

Teilnehmer der Auftaktveranstaltung Diabetes@Work am Flughafen Frankfurt
Teilnehmer der Auftaktveranstaltung Diabetes@Work am Flughafen Frankfurt

 

„Diabetes im Arbeitsleben“ gehört auf die politische Agenda
 

Was Politik konkret tun kann, diskutierten die Teilnehmer mit den Partnern von Diabetes@Work sowie der CDU-Bundestagsabgeordneten im Gesundheitsausschuss, Dr. Katja Leikert, und dem gesundheitspolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion in Hessen, Dr. med. Thomas Spies. Unternehmen müssten verbesserte Rahmenbedingungen vorfinden, um betriebliche Gesundheitsmaßnahmen unbürokratisch organisieren zu können - entsprechende Anpassungen in der Steuergesetzgebung wären hier hilfreich, lautete ein Vorschlag. Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass auch aufgrund der steigenden Behandlungskosten bei Diabetes die lebensweltnahe Prävention und Früherkennung mit hoher Priorität auf die gesundheitspolitische Agenda gehören. Vor diesem Hintergrund müsse auch die betriebliche Gesundheitsförderung und die Unterstützung von chronisch kranken Beschäftigten in der weiteren Beratung eines Präventionsgesetzes und einer nationalen Diabetesstrategie eine herausgehobene Rolle spielen.
 

Teilnehmer der Podiumsdiskussion bei der Auftaktveranstaltung
Teilnehmer der Podiumsdiskussion bei der Auftaktveranstaltung Diabetes@Work am Flughafen Frankfurt. V.l.n.r: Dr. med. Anette Wahl-Wachendorf (VDBW), Volker Weber (IG BCE) Prof. Dr. Beate Kretschmer (Lilly Deutschland), Dr. med. Thomas Spies (MdL, SPD), Dr. Katja Leikert (MdB, CDU).

 

Ernährungsverhalten muss sich ändern – nicht nur am Arbeitsplatz
 

Der verbesserte Verbraucherschutz und die Stärkung des gesundheitsbewussten Ernährungsverhaltens wurden als weitere zentrale politische Aufgaben zur Prävention von Diabetes Typ 2 genannt. Auch Unternehmen  können mit Programmen für ihre Beschäftigten einen wertvollen Beitrag leisten, damit gesunde Ernährung Teil des Lebensalltags wird – nicht nur am Arbeitsplatz. Wie sich das Gesundheitsmanagement der Fraport AG hier engagiert, erfahren Sie unter Best Practice.
 

Im Anschluss an die Veranstaltung konnten die Teilnehmer diese und weitere Punkte bei einem Get-together und persönlichen Gesprächen vertiefen.
 

Get-together bei der Auftaktveranstaltung Diabetes at Work am Flughafen Frankfurt
Get-together bei der Auftaktveranstaltung Diabetes@Work am Flughafen Frankfurt

 

Am Auftakt von Diabetes@Work in Hessen unter der Schirmherrschaft des hessischen Ministers für Soziales und Integration, Stefan Grüttner, wirkten mit: IG BCE Hessen Thüringen, Lilly Deutschland,  Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte, Diabetologen Hessen eG, Initiative Gesundheitsindustrie Hessen und Landesärztekammer Hessen. Für einen Überblick zur Presseberichterstattung besuchen Sie unseren Bereich Presse.
 
 

Statements von Unterstützern in Hessen

IGH-DissonDiabetes@Work ist ein Best-Practice-Beispiel für ein wesentliches Ziel der Initiative Gesundheitsindustrie Hessen. Gesundheit steht in der gesellschaftlichen Werteskala an sehr hoher Stelle. Die Gesundheitsindustrie spielt mit Ihren Produkten und Dienstleistungen eine tragende Rolle bei der Verbesserung und Aufrechterhaltung eines selbstbestimmten Lebens. Sie sorgt damit aber auch für mehr Wohlstand; steht für Wertschöpfung und Beschäftigung. Sie ist eine Medaille mit zwei guten Seiten. Zwei Seiten, die nicht trennbar sind, die voneinander abhängen und die bei allen Überlegungen immer gemeinsam betrachtet werden sollten.


Gesundheitspolitische Entscheidungen haben oft direkte gravierende Auswirkungen auf die Volkswirtschaft. So ist es gut und wichtig, dass sich in der Initiative Gesundheitsindustrie Hessen die Landesregierung, die Gewerkschaft IG BCE, Vertreter der hessischen Universitäten und Hochschulen mit den Unternehmen der Gesundheitsindustrie zusammen geschlossen haben, um gemeinsam an der Zukunft des Gesundheitsindustriestandorts Hessen zu arbeiten.

 

RA Gregor Disson, Mitglied im Lenkungskreis der Initiative Gesundheitsindustrie Hessen (IGH)
 
 
 
 

Fraport-Drozd„Für die Gesunderhaltung der Beschäftigten der Fraport AG prüfen wir seitens der Arbeitsmedizin und des Arbeitsschutzes systematisch Arbeitsbedingungen zur Vermeidung von Unfällen und arbeitsbedingten Erkrankungen. Wir beraten einerseits den Arbeitgeber zur Gestaltung von Arbeitsplätzen und unterstützen durch Schulung und Information sowohl Führungskräfte wie auch unsere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beim Verständnis von gesundheitsförderlichem Verhalten. Auch unser Betriebliches Gesundheitsmanagement bietet vielfältige Aktivitäten zur gesunden Lebensführung und zur Prävention von Erkrankungen an. Diese Maßnahmen dienen insbesondere der primären und sekundären Prävention von chronischen Erkrankungen.
 

Als Beispiel für einen chronischen Verlauf wird in diesem Projekt die Erkrankung Diabetes mellitus mit ihren vielfältigen Auswirkungen auf die persönliche Leistungsfähigkeit von Beschäftigten im Rahmen unserer Arbeitsbedingungen betrachtet. Mitarbeiter mit dieser Erkrankung finden sich in allen Arbeitsbereichen – zum Beispiel der Flugzeug- und Gepäckabfertigung, in Sicherheitsbereichen, bei Fahrtätigkeiten mit Spezialgeräten – und benötigen unterschiedliche – individuelle –  Unterstützungsmaßnahmen. Wichtig ist der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit.
 

Als Gastgeber der Auftaktveranstaltung Diabetes@Work möchte die Fraport AG eine verbesserte Vernetzung von sozialmedizinischen Maßnahmen im Arbeitsleben anregen und sich über Erfahrungen zu Präventionsleistungen mit anderen Unternehmen austauschen.“

 

Dr. med. Annette Drozd, Leitende Betriebsärztin Arbeitsmedizin, Gesundheitsberatung, Rückentraining und -therapie VA 3 der Fraport AG
 
 
 
 

Diabetologen_Hessen-EhlenzDiabetes@Work – Bedeutung aus der Sicht von Diabetologen Hessen eG

„Diabetes ist eine chronische Erkrankung, die nicht heilbar ist – und sie ist eine Volkskrankheit, von der mittlerweile fast zehn Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Dennoch ist die Unwissenheit über Diabetes in der Öffentlichkeit sehr groß, was wir Diabetologen aus unserem Praxisalltag nur zu gut wissen. Deshalb ist es uns als Diabetologen Hessen eG ein besonderes Anliegen, in allen Lebensbereichen ein tieferes Bewusstsein für diese Erkrankung zu verankern – auch und gerade am Arbeitsplatz.
 

Die Initiative Diabetes@Work richtet den Fokus auf die Prävention von Diabetes und auf Therapiemöglichkeiten im unmittelbaren Arbeitsumfeld. Wir begrüßen die Aktivitäten der Initiative Diabetes@Work, da sie versucht, den Menschen genau dort zu erreichen, wo er den nahezu größten Teil seines Lebens verbringt. Wir haben großes Interesse an einer stärkeren Sensibilisierung für Diabetes und seine Folgeerscheinungen –Diabetes@Work ist dafür ein wichtiger Baustein.“

   

PD Dr. med. Klaus Ehlenz, Vorsitzender des Vorstands Diabetologen Hessen eG
 
 
 
 

LAEK-Moehrle„Diabetes gehört zu den großen Volkskrankheiten unserer Zeit. Laut Hessischem Gesundheitsbericht steht Diabetes mellitus an zweiter Stelle der chronischen Erkrankungen in Hessen. Die Zahl der Betroffenen nimmt stetig zu, ebenso die Zahl der nicht oder noch nicht erkannten Fälle. Eine Welle, die auch für den Arbeitsmarkt Folgen hat. Deshalb ist Diabetes – und die Prävention von Diabetes – auch für Unternehmen so wichtig.

2012 ist das Diabetespräventionsprojekt der Landesärztekammer Hessen „Fit und gesund älter werden“ mit Fragebogen- und Beratungsaktionen in Praxen und Kliniken sowie mit Präventionstagen gestartet und bisher sehr erfolgreich in Offenbach, Landkreis Hersfeld-Rotenburg, Kassel und Frankfurt umgesetzt worden. Im September 2014 war Auftakt in Gießen. Künftig soll das Projekt mit Expertenvorträgen, Information, Beratung, Bewegungsworkshops und Ernährungsberatung in Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern auch verstärkt Unternehmen und Verwaltungen angeboten werden. Die von Diabetes@Work geförderte  Netzwerkbildung im Bereich Diabetes und Diabetesprävention kann dazu beitragen, die Angebote des Projekts „Fit und gesund älter werden“ hessenweit in Unternehmen bekannt zu machen.

Was sich als erstes für Menschen mit Diabetes oder anderen chronischen Krankheiten im Arbeitsleben verbessern muss: Wichtig ist, dass Menschen mit chronischen Krankheiten sich nicht gezwungen fühlen, diese zu verheimlichen. Auch sollten Arbeitgeber bei der Arbeitsplatzgestaltung chronisch kranker Mitarbeiter individuelle Bedürfnisse berücksichtigen. Der Prävention chronischer Erkrankungen wie Diabetes kommt im Arbeitsleben eine große Bedeutung zu. So sollten Mitarbeiter geeignete Bewegungsangebote in den Unternehmen vorfinden. Wichtig ist auch das Thema Ernährung. Das Kantinenessen sollte leicht, vitaminreich und ausgewogen sein.“

 

Katja Möhrle, Leiterin der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Landesärztekammer Hessen